Filmemacherin Laura Kansy im Gespräch über ME/CFS
Laura Kansy spricht über ihren neuen Film „Hello new body, how are you today?“, der sich mit der Erkrankung ME/CFS auseinandersetzt. Im Interview erläutert sie ihre kreativen Ansätze und die Botschaft des Films.
Laura Kansy, die Filmemacherin hinter dem neuen Dokumentarfilm „Hello new body, how are you today?“, beleuchtet die komplexen Lebensrealitäten von Menschen, die an Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Erschöpfungssyndrom (ME/CFS) leiden. Der Film bietet nicht nur einfühlsame Einblicke in das Leben der Betroffenen, sondern zielt auch darauf ab, das Verständnis für diese oft missverstandene Erkrankung zu fördern.
Im Interview erzählt Kansy, dass sie von der persönlichen Geschichte einer ME/CFS-Patientin inspiriert wurde. „Ich wollte eine Plattform schaffen, die die Stimmen dieser Menschen hörbar macht“, so Kansy. Ihre Herangehensweise kombiniert dokumentarische Elemente mit künstlerischen Darstellungen, um die emotionalen und körperlichen Herausforderungen der Erkrankung zu illustrieren. Die Filmemacherin betont, wie wichtig es ist, sowohl die physische als auch die psychische Dimension von ME/CFS darzustellen, um ein umfassendes Bild zu entwickeln.
Der Film vermittelt nicht nur Informationen über die Symptome der Krankheit, sondern zeigt auch die Auswirkungen auf das soziale und alltägliche Leben der Betroffenen. „Viele Zuschauer sind überrascht, wenn sie erfahren, wie isolierend diese Erkrankung sein kann“, sagt Kansy. „Es war mein Ziel, eine Verbindung zu schaffen, die über die bloße Aufzählung von Symptomen hinausgeht und den Menschen das Gefühl gibt, dass sie nicht allein sind.“ Die emotionale Tiefe der Erzählungen wird durch eindringliche Bilder verstärkt, die das Gefühl von Erschöpfung und der Suche nach Hoffnung vermitteln.
Kansy hat sich dafür entschieden, den Film in einem dokumentarischen Format zu gestalten, da sie glaubt, dass persönliche Geschichten ein stärkeres Bewusstsein und Verständnis in der Gesellschaft schaffen können. „Obwohl der Film auf schweren Themen basiert, ist er auch eine Hommage an die Resilienz und den Kampfgeist der Menschen, die mit ME/CFS leben“, erklärt sie.
Der Film wird auf verschiedenen Festivals gezeigt und wird auch in der Online-Verbreitung zugänglich sein, was Kansy als entscheidend erachtet, um eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen. „Ich hoffe, dass der Film Gespräche anregt und die Zuschauer dazu bringt, mehr über ME/CFS lernen zu wollen“, sagt sie.
Laura Kansys Engagement für das Thema geht über den Film hinaus. Sie plant, Workshops und Diskussionsrunden anzubieten, um das Bewusstsein für ME/CFS weiter zu fördern und den Betroffenen eine Stimme zu geben. Die Künstlerin betrachtet ihren Film als Teil einer größeren Bewegung, die darauf abzielt, ein besseres Verständnis für chronische Erkrankungen in der Gesellschaft zu schaffen.
Insgesamt spiegelt „Hello new body, how are you today?“ nicht nur die Herausforderungen der Erkrankung wider, sondern auch die Hoffnung und den Mut derjenigen, die tagtäglich damit kämpfen. Kansy ermutigt alle, die sich für das Thema interessieren, den Film zu sehen und sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen.